
Psychologe, Betriebswirt, Mediator FSM
Die meisten Menschen kommen zu mir, wenn sie eine Weile allein nicht weitergekommen sind. Vorher haben sie mit Freunden gesprochen, mit der Familie, manchmal schon mit einem Anwalt. Was gefehlt hat, war jemand, der zuhört, ohne vorher zu wissen, wie es ausgehen soll.
Ich bin Vater. Ich war verheiratet, habe eine Trennung erlebt und lebe heute in einer neuen Partnerschaft. Ich weiss, wie es ist, wenn zu Hause kein Gespräch mehr gelingt. Und ich weiss, dass es nach einer Trennung lange dauern kann, bis man wieder gut miteinander redet, auch wenn man beruflich weiss, wie es gehen könnte. Das ersetzt keine Ausbildung. Aber es bewahrt mich davor, zu schnell zu wissen, wie es bei anderen sein müsste.
Zwei Studien, gleichzeitig
1993 habe ich an der Universität St. Gallen mein Studium der Betriebswirtschaft abgeschlossen. Im selben Jahr habe ich in Zürich angefangen, Psychologie zu studieren. Ab 1995 schrieb ich parallel dazu meine Dissertation an der HSG. Beides habe ich zu Ende gebracht: das Psychologiestudium 1999, die Promotion 2000.
Damals wurde ich oft gefragt, was das eine mit dem anderen zu tun habe. Für die Antwort habe ich zwanzig Jahre Berufsleben gebraucht.
Von 2000 bis 2004 kam die Ausbildung zum IBP-Berater dazu — ein integrativer Ansatz, der Körper, Gefühl, Denken und das Selbst als Ganzes in den Blick nimmt. In dieser Zeit führte ich eine eigene Firma.
Was in diesen zwanzig Jahren passiert ist
Fünf Jahre lang habe ich in der Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich die psychiatrische Versorgung geplant — darunter die Fusion zweier Kliniken mit zusammen 850 Mitarbeitenden. Danach fünfzehn Jahre Zentrum für Zahnmedizin der Universität Zürich: Mitglied der Geschäftsleitung, Verantwortung für die Verwaltung mit Führung über mehrere Stufen.
Aus dieser Zeit stammt die Beobachtung, auf die ich mich heute am meisten stütze. Die Vorhaben, die scheiterten, scheiterten fast nie am Rechnen. Sie scheiterten daran, dass zwei Leute nicht mehr miteinander sprachen, dass niemand die unangenehmen Fragen stellte, dass eine Kränkung von vor zwei Jahren weiterwirkte, die offiziell längst erledigt war.
Dreizehn Jahre lang war ich ausserdem Prüfungsexperte für Sozialkompetenz und Gruppenprozesse.
Ich arbeite nicht nur in meiner Praxis, sondern auch als Projektleiter bei der Stadt Schaffhausen. So stehe ich mitten in der Arbeitswelt, über die wir in den Gesprächen sprechen. Deshalb begleite ich neben Einzelnen, Paaren und Familien auch Führungskräfte und Teams in Organisationen.
Wie ich arbeite
Ich bewerte nicht, wer recht hat. In den meisten Konflikten, die mir begegnen, haben beide Seiten gute Gründe — der Streit entsteht nicht trotz dieser Gründe, sondern weil sie unausgesprochen bleiben.
Konkret heisst das: Ich frage genauer nach, als es vielleicht angenehm ist. Ich halte aus, wenn es im Raum still wird – oft ist es genau diese Stille, in der sich etwas klärt. Und ich sage, was ich sehe, auch wenn es nicht das ist, was jemand hören möchte.
Wofür ich nicht der Richtige bin
Bei einer akuten psychischen Erkrankung, die Behandlung braucht, verweise ich gerne an eine Fachperson mit therapeutischem Auftrag.
Ausbildung
- lic. oec. HSG, Universität St. Gallen, 1993
- Studium der Psychologie, Universität Zürich, 1999
- Dr. oec. HSG, Universität St. Gallen, 2000
- IBP-Berater, IBP Institut Winterthur, 2004
- Mediator FSM, Perspectiva Basel, 2022
Netzwerk
- Sabine Fleisch, Psychologische und Psychotherapeutische Praxis, Klaus AT
- Cornelia Brühlmann, Psychotherapie, Coaching, Beratung für Jugendliche, Erwachsene, Paare und Familien, Dübendorf CH
- Better-Together, Seminare für Menschen, die verstehen wollen, warum sie in Beziehungen immer wieder an denselben Punkt kommen
Wenn Sie überlegen, ob das passt: Schreiben Sie mir kurz, worum es geht — zwei, drei Sätze genügen. Ich melde mich so schnell wie möglich und wir klären am Telefon in zwanzig Minuten, ob wir zusammenarbeiten. Sie können auch anrufen. Tagsüber bin ich oft in Gesprächen und kann nicht abnehmen. Sprechen Sie mir auf die Mailbox, ich rufe zurück.
